Erster Spieleabend

Winde heulten an der Küste. Und mit jedem Meter Höhe wurde das Tosen stärker. An der Spitze des Turmes sah man nichts als Blau. Das Blau des Himmels, das schimmernde Blau des umgebenden Meeres und die flatternde blaue Fahne im Wind. Ein kalter Wind. Unten lag schweigend die Stadt in den sanften Tönen einer untergehenden Abendsonne.

Eine Stimme in einem riesigen Saal an der Spitze des Turmes  durchschnitt rauh das Schweigen. „Verehrte Herrscher, Regenten, Kaiser, Magnaten“. In dem marmorweißen Saal standen dunkle Eichenthrone an den Seiten. Auf ihnen Herrscher aller Länder und Reiche von Lorakis. In ihrer Mitte schritt ein Varg auf und ab. „Diese einzigartige Versammlung war auf Geheiß des Orakels und des Weißen Bundes einberufen worden.“ Er blickte grummend in die Runde. Seine Kleidung wirkte fast priesterlich. „Sie wurden vor ihrer Anreise über die Vorkommnisse informiert oder konnten selbst Zeuge der Ereignisse werden“. Eine Stille machte sich im Raum breit. Der Wind wurde stärker und griff in immer neuen Wellen den Turm peitschend an. „Die Splitterträger, sie… sie verschwinden… werden tot aufgefunden… von seltsamen Wesen gejagt… Vom Norden dringt etwas ein in Lorakis… Die Finsternis hat uns erreicht, wie in den Kristallchroniken zu lesen ist“. Ein letzter Sonnenstrahl verschwand hinter dem blau-schwarzen Horizont.

© Ted Nasmith “The Eyrie ” http://tednasmith.mymiddleearth.com
© Ted Nasmith “The Eyrie ” http://tednasmith.mymiddleearth.com

Tagebucheintrag von Ravella (erster Spieltermin)

Tagebuch Ravella

Beschreibung von Elunestra Anjuel Fandris (erster Spieltermin)

Ein modriger Geruch stieg in Elunestra Anjuel Fandris Nase. Wie an einem modrigem Teich im Wald. Verschlafen hatte sie sich an dem See nieder gelassen. Sie mochte die Ruhe im Wald. Im Schlaf eingebettet fühlte sie einen festen Tritt gegen ihre Magengrube. Schlug sie da ein Thunrok (so was wie ein Hirsch?). Wieder bekam sie einen Tritt ab, so fest,  dass ihr für einen Moment die Luft weg blieb. Schmerzerfüllt öffnete die Albin ihre Augen. Gerade wollte sie dem Thunrok eine verpassen, als sie erkannte das über ihr Menschen standen, welche abermals nach ihr traten. Ihr Magen schmerzte und auch an anderen Stellen merkte sie deutlich die Blesuren, welche man ihr wohl zugefügt hatte. Das hier war sicher nicht der Wald in dem sie Hause. Mit verzerrter Miene schaute sich Elunestra Anjuel Fandrin um. Etwas fehlte und es waren deutlich zu viele Personen in dem ungemütlich engem Raum.
Ihre erste Reaktion war es nach ihrem Falken zu fühlen. Lijon musste in der Nähe sein. Wenn er gestorben wäre, würde sie das deutlich fühlen. Sie bekam ein Bild: Weit oben auf einen Sims – in Panik versetzt – schaute sich der Falke um. Die harsche Stimme des Wachmanns kamen ihr  kaum zu Ohren. Dabei hatte sie ein gutes Gehör. Nein, es lag an der einengenden Umgebung, die ihr mehr und mehr die Luft abschnürte.
 
Kaum nahm sie die anderen Personen um sich war. Ein Vargin, wohl eine Frau, wenn man den Vorbau betrachtete. Ein Mensch und Gnome. Sie wusste nicht wie viel an der Zahl. Wieder schmetterte die Stimme des Wachmanness im Raum. „Wie komme ich bitte schön in so eine Lage?“ keimte die Frage auf, welche auch sofort gestellt wurde. Der Hauptwachmann antwortete nicht und befahl erneut. Unsanft wurde die Albin nach unten gezogen. Der Raum wurde von mal zu mal enger. Ruhe bewahren hieß es. Ruhe und mit Vernunft versuchen hier raus zu kommen um Lijon zu finden.
Sie brauchte Hilfe, also schloß sie die Augen um alles zu vergessen was um sie herum geschah. An den Wald denken. Die Göttin, die sie führte. Ruhe kehrte langsam in ihr ein.
 
Als sie die Augen wieder öffnete, nahm sie ihre Gruppe das erste Mal wirklich wahr. „Lass uns die Ketten von dort oben hinunter reisen.“ Man stimmte mit ein. Währenddessen versuchte einer der Gnome sich aus dem Gefängnis zu quetschen. Doch sie blieb mit dem Rumpf zwischen zwei Gitterstäben hängen.
Es dauerte mehrere Anläufe, bis die Ketten von der Decke krachten. Instinktiv machten sie diese an der Türe fest und zogen. Nur leicht verschob sich die Kerkertüre. Der Lärm hatte die Wache zurück gerufen; anbei eine weibliche Gestalt, welche in eine feine Robe gehüllt war. Das alles kümmerte Elunestra Anjuel Fandris nicht. Sie wollte zu ihrem Falken und zwar so schnell es ihr möglich war.
Diese undurchdringliche Stimme des Hauptwachmanns hallte in ihrem Kopf wieder. Sie sollten umgebracht werden. Wegen belanglosen Dingen, welche im Wald keine Bedeutung hatten. Froh darüber das der Wachmann sich wieder entfernte, atmete die Albin aus. Doch zu früh hatte sie sich gefreut. Gerade als sie dachte, wieder mit den anderen einen Plan zu schmieden, wie man hier raus könnte, kam ein andere – in Robe gekleideter  – Gnom. Irgendwo hier musste ein Nest von den Wesen sein nahm die Albin an. Nicht dass sie Gnome nicht mochte, sie waren wesentlich angenehmer als Menschen. Aber sie waren klein. Zu winzig für ihre Verhältnisse.
 
Aufeinmal ging alles ganz schnell. Noch bevor man richtig verstand was gescha wandte sich der Gnom gegen ihre Wächter. Immer wieder fasselte er irgendwas von einem Kaa (ich vergess mal abslichtlich den ` über dem zweitem a oder war es das erste a. egal soll sich kaà darüber ärgern *grinst*). Sofort nutze der kämpferische Teil jener Gruppe die Gunst des Momentes und griff an. So ergatterte sich Elunestra Anjuel Fandris ein Kurzschwert.
Von hinten erklang von einer unsichtbaren Gestalt. „Da entlang.“ Es war ihren guten Ohren zu verdanken, dass sie die Worte hörte. Mit Schwung wandte sich die Albin um und rannte in besagte Richtung. Im Eifer des Gefechts hatte sie nicht wirklich mitbekommen, wohin der Rest der Mitgefangenen geflohen war. Alleine fühlte sie sich am wohlsten. Erneut suchte sie den Kontakt zu ihrem Falken. Feuer musste ausgebrochen sein. Lijon hatte panische Angst. Schneller schritt sie an weiteren Kerkerzellen vorbei, als sie von vorne aus Schritte vernahm gefolgt von Stimmen. Wie ein Hase schlug sie einen Hacken in die andere Richtung und versteckte sich in einem weiterem Durchgang. Den Atem anhaltend wartete sie ab. Bis die Gruppe an ihr vorbei gegangen war.
Immer darauf bedacht wo Lijon war, lief sie einen neuen Weg weiter. Bis sie vor einer Rauchwand stand. Sie grinste, hielt die Luft an und atmete so die Luft in kleinen Zügen aus. Der Gang musste länger gewesen sein als gedacht. Einmal musste sie den Rauch einatmen, was die Lunge sehr strapazierte. Doch der Wunsch Lijon zu finden war größer, als die Angst zu ersticken.
Als sie es endlich geschafft hatte, zog sie die „frische“ Luft tief in sich ein. Der Husten folgte sofort. „Lijon“, sprach sie gequält. Im gleichen Augenblick sah der Falke hinab und flog auf ihre Freundin zu. „Wir müssen hier weg“, mahnte sie den Falken. Schon hörte sie bekannte Stimmen. Hier draußen fühlte sie sich wohler. Sie sah die Mitgefangenen von vorhin. Doch es waren nicht alle. Darüber sollte sie sich nicht den Kopf zerbrechen. Es war nur wichtig wieder in ihren Wald zu kommen. Mit raschem Schritt ging sie auf die geschrumpfte Gruppe zu.
Ihre Eltern hatten sie gewarnt. Lass dich nicht auf Stadtmenschen ein. Bleibe in Wald, dann kann dir nichts passieren. Nun musste sie als Geächtete ohne Grund den Platz überqueren. Lijon beobachtete alles von oben und sicherte die Wege.
Als sie in eine Gasse bogen, sahen sie den Rest ihrer Gruppe. Sie hatten sich Kleider angezogen, welche an einer Wäscheleine hing. Angewidert rümpfte Elunestra Anjuel Fandris die Nase. Kleider waren genau so schlimm wie enge Räume; sie würden einem die Luft abschnüren. Notgedrungen zog sich die Albin an. Der „kurze“ Rock wollte ihr nicht gefallen und das Hemd ging ihr nur bis zum Bauchnabel. Schlimmer hatte es die Wargin erwischt. Kaa, so wie er sich nannte, wollte die Gruppe so schnell es ging zur einer Taverne führen. Angeblich wären sie dort für den Moment sicherer als hier.
Alles war besser, als hier zu stehen und so machte sich die ganze Gruppe auf. In der Taverne teilte man sich auf. Als erstes ging die Albin nach oben. Angeblich waren dort ihre Sachen. Schnell wurde aus den engen Klamotten geschlüpft und sich ihre Kleidung, welche aus Blätterwerk und Ranken bestand angezogen. Zufrieden machte sie sich anschließend daran nach Wertschätzen zu suchen. Noch zufriedener wurde sie, als sie ein Säckchen fand das sie gleich in ihrem Rucksack verschwinden lies.
 
Unten in der Taverne aßen schon einige. Sie selbst hatte ebenfalls Hunger und tat es den anderen gleich. In der schützenden Sicherheit angekommen, bemerkte sie das erste Mal, dass sie die Namen der Anderen gar nicht kannte. Langsam lies sie den Blick im Raum umherschweifen. Dann trat sie auf die Vargin zu. „Wir haben uns noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Elunestra Anjuel Fandris.“ Ihr Gegenüber stellte sich als________________ vor. Die Albin nickte und setzte an: „Wir sollten so schnell es geht hier verschwinden.“
 –

„Ich habe fünf Splitterträger gefunden und vor den Mächten der Finsternis beschützt. Durch meine Hilfe gelang ihnen die Flucht vor ihrer Hinrichtung“ Langsam verneigte sich der Kommandant. Seine Rüstung schimmerte in dem dunklen Thronsaal der Drakenfeste im Lichte einiger Kronleuchter. Auf dem Thron lächelte der Großkomtur. Seine gigantische Größe, sein grünliches Gesicht, die langen Drachenschwingen und die echsenartige Zunge erschienen in der Nacht noch furchteinflößender. „Wir haben sie gerettet und werden sie jetzt für unsere Zwecke benutzen; teilt Kaa Feruzef mit, dass er die Splitterträger auf die richtige Spur führen soll. Und… solange sie uns unwissend dienen – schützt sie vor ihren Verfolgern…“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.