Splittermond – Stufenanstieg

Die meisten Romane schildern eine Entwicklung einer Person. Besonders im klassischen Bildungsroman erweitert diese ihre Kenntnisse auf verschiedenen Gebieten, erfährt Schicksalsschläge und tiefe Freuden. Schließlich steht uns eine neue, gewandelte Person am Ende des Romans vor Augen. Das Rollenspiel bildet diese Charakterentwicklung auch regeltechnisch ab. Spieler erhalten für ihre Figuren sogenannte Erfahrungspunkte und können damit bestimmte Fertigkeiten steigern. In Splittermond können sie auch negativ Schwächen austauschen und wahlweise auch neue Schwächen erhalten. Hier erkläre ich euch zunächst die Regeln hinter dieser Charakterentwicklung. Anschließend gebe ich einige Hinweise zur Rollenentwicklung in spieltechnischer und dramaturgischer Hinsicht.

© 2002 John Howe “Gandalf” http://www.john-howe.com
© 2003 John Howe “Gandalf” http://www.john-howe.com

Die Regeln zur Charakterentwicklung

Die Heldengrade

Heldengrade entsprechen dem, was bei anderen Rollenspielsystem meist als Stufe bezeichnet wird. Darunter versteht man einen Zahlenwert, der den groben Erfahrungsreichtum eines Charakters wiedergibt. Einen solcher Heldengrad wird ab einer bestimmten Anzahl von Erfahrungspunkten (welche die Erfahrung in Einzelsituationen wiederspiegeln) automatisch erreicht. Ein höherer Heldengrad erlaubt es, verschiedene Werte über das bisherig vorgeschriebene Maximum weiter zu steigern und seine Mondgaben zu entdecken und zu entfalten. In Splittermond existieren nur vier Heldengrade. Hier kannst du mehr über sie erfahren:

  • Heldengrad 1: Suchender (benötigte Erfahrungspunkte: 0; max. Fertigkeitspunkte: 6; max. Attributssteigerung: Startwert +1)
  • Heldengrad 2: Wanderer (benötigte Erfahrungspunkte: 100; max. Fertigkeitspunkte: 9; max. Attributssteigerung: Startwert +2; Splitterpunkt +1; Mondgabe verstärkt)
  • Heldengrad 3: Veteran (benötigte Erfahrungspunkte: 300; max. Fertigkeitspunkte: 12; max. Attributssteigerung: Startwert +3; Splitterpunkt +1; Mondgabe wechselwirkt mit anderen Trägern einer Mondgabe)
  • Heldengrad 4: Heroe (benötigte Erfahrungspunkte: 600; max. Fertigkeitspunkte: 15; max. Attributssteigerung: Startwert +4; Splitterpunkt +1; zusätzliche geheime Mondgabe)
© 2002 John Howe “Legolas and Gimli at Helm's Deep” http://www.john-howe.com
© 2002 John Howe “Legolas and Gimli at Helm’s Deep” http://www.john-howe.com

Die Erfahrungspunkte

Die Erfahrungspunkte entsprechen Einzelerlebnisen und den daraus gewonnenen Erkenntnissen und Fertigkeiten. Üblicherweise werden sie am Ende eines Abends vom Spielleiter vergeben. Die Größendimension liegt bei 7-10 Erfahrungspunkte pro Spieleabend. Mit diesen Erfahrungspunkten lassen sich verschiedene Werte sofort erhöhen. Hier gebe ich die Kosten an, welche man im niedrigsten Heldengrad als  Suchender für Steigerungen aufzubringen hat:

  • Attribut: 10 Erfahrungspunkte (max. Steigerung um 1)
  • Fertigkeit: 3 Erfahrungspunkte pro Punkt (max. Wert: 6)
  • Stärken: 7 Erfahrungspunkte für die erste Stufe und 14 Erfahrungspunkte für die zweite Stufe
  • Sprache: 5 Erfahrungspunkt pro Sprache
  • Resourcen: 7 Erfahrungspunkte je Resourcenpunkt (Achtung: nur bei Genehmigung durch Spielleiter darf hier etwas verändert werden)

Schon schwieriger lässt sich die Frage beantworten, wann man wie viel Erfahrungspunkte erhält. Die Optionalregeln sehen vor, dass ein Lehrer oder entsprechende eigene Erfahrung notwendig sind, um überhaupt etwas steigern oder neu erlernen zu können. Ich teile diese Ansicht. Deswegen empfehle ich häufig angewendete Fertigkeiten anzukreuzen oder hinzu zu schreiben. Mir selber scheint es – entgegen den gängigen Vorschlägen – auch sinnig Erfahrungspunkte nicht nur für das Erreichen von Aufgaben zu geben. Vielmehr sehe ich gelungenes Rollenspiel als die Grundlage von Erfahrungspunkten an. Dazu gehört: Glaubhafte Verkörperung der Rolle, Charakterentwicklung und vieles mehr. Ich möchte dies mit einem Beispiel darstellen:

Der Recke Laris sieht sich einem Feind gegenüber. Das Regelwerk verspricht für die Überwindung des Gegners 2-3 Erfahrungspunkte. Allerdings ist Laris alleine häufig unsicher und zu voller Größe wächst er erst heran, wenn er sich vor einer Gruppe präsentieren kann. Der Spieler spielt diese Unsicherheit und den inneren Konflikt von Laris glaubwürdig aus. Infolgedessen geht er dem Kampf aus dem weg bzw. verpasst ihn. Die Regeln würden vorsehen dafür keine Erfahrungspunkte zu vergeben. Ich würde Laris für das gute Ausspielen gerade dafür Erfahrungspunkte geben…

Die Charakterentwicklung beim Rollenspiel darstellen

Ein Beitrag zum Darstellen der Charakterentwicklung erscheint hier in den kommenden Tagen…

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